What Is Foreign Anyway?

Goethe says somewhere that it is impossible to achieve anything of significance in a foreign language: that always sounded wrong to me. Writing poems is already translating, from one's mother tongue into another, whether it be French or German — it doesn't matter. No tongue is a mother tongue. Composition is recomposition. That's why I don't understand when one speaks about French or Russian poets and so forth. A poet may write in French, but he cannot be a French poet. That is absurd. I am not a Russian poet, and am always astonished when I am considered or defined as one. You become a poet (if you could even become one, if you would not always have been one!) so as not to be French, Russian etc. In order to be all. Put differently: you are a poet because you are not French. Nationality is self-segregation, self-containment. Orpheus obliterates nationality, or he broadens it so as to contain all (who are, or who have ever been) alive.  

Goethe sagt irgendwo, daß man nichts Bedeutendes in einer fremden Sprache leisten kann – und das klang mir immer falsch. Dichten ist schon übertragen, aus der Muttersprache – in eine andere, ob französisch oder deutsch, wird wohl gleich sein. Keine Sprache ist Muttersprache. Dichten ist Nachdichten. Darum versteh ich nicht, wenn man von französischen oder russischen etc. Dichtern redet. Ein Dichter kann französisch schreiben, er kann nicht ein französischer Dichter sein. Das ist lächerlich. Ich bin kein russischer Dichter und staune immer, wenn man mich für einen solchen hält und als solchen betrachtet. Darum wird man Dichter (wenn man es überhaupt werden könnte, wenn man es schon nicht allem voraus seie!) um nicht Franzose, Russe etc. zu sein, um alles zu sein. Oder: Man ist Dichter, weil man kein Franzose ist. Nationalität – Ab- und Eingeschlossenheit. Orpheus sprengt die Nationalität, oder dehnt sie so weit und breit, dass alle (gewesene und seiende) eingeschlossen sind

— Marina Tsvetaeva, from a letter to Rilke

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